Allergisch und toxisch bedingte Hauterkrankungen


Allergische und toxische Reaktionen der Haut gehören zu den häufigsten dermatologischen Problemen und können durch vielfältige äußere und innere Faktoren ausgelöst werden. Diese Erkrankungen äußern sich durch Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und manchmal Blasenbildung. Während allergische Reaktionen auf eine Überreaktion des Immunsystems zurückgehen, entstehen toxische Reaktionen durch direkte schädigende Einwirkung von Stoffen. Mit gezielter Allergiediagnostik und Vermeidung der Auslöser lassen sich diese Erkrankungen erfolgreich bewältigen.

Allergische Kontaktdermatitis

Die allergische Kontaktdermatitis ist eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion, die nach wiederholtem Kontakt mit Allergenen auftritt. Typische Auslöser sind Nickel in Schmuck und Schnallen, Duftstoffe, Konservierungsmittel, Latexhandschuhe, Pflanzenöle und Kosmetikprodukte. Die Reaktion tritt 24 bis 72 Stunden nach Kontakt auf und zeigt sich als Rötung, Schwellung, Bläschen und intensiver Juckreiz. Die Diagnose wird durch Anamnese und Patch-Tests gestellt. Die Behandlung besteht darin, den Kontakt mit dem Allergen zu vermeiden, und symptomatisch werden topische Kortikosteroide und feuchte Umschläge verwendet.

Akute allergische Urticaria und Angioödem

Urtikaria (Nesselsucht) ist eine akute allergische Reaktion mit schneller Bildung von Quaddeln – juckenden, erhabenen Erhebungen auf der Haut. Auslöser können Nahrungsmittel, Medikamente, Insektenstiche, Pollen oder Kälte sein. Die Quaddeln sind flüchtig und vergehen meist innerhalb von 24 Stunden, können aber wiederkehren. Das Angioödem ist eine tiefergehende Schwellung, besonders im Gesicht und an den Atemwegen, die ernst sein kann. Die Behandlung erfolgt mit Antihistaminika der zweiten Generation, die oral eingenommen werden. Bei schweren Fällen oder Verdacht auf Anaphylaxie ist ärztliche Notfallbehandlung erforderlich.

Irritative Kontaktdermatitis

Im Gegensatz zur allergischen Form entsteht irritative Dermatitis durch direkte Schädigung der Haut durch reizende oder ätzende Stoffe. Häufige Verursacher sind Seifen, Detergenzien, Laugen, Säuren, Lösemittel und Desinfektionsmittel. Diese Reaktion tritt unmittelbar oder innerhalb von Stunden auf und zeigt Rötung, Brennen, Erosionen und manchmal Blasenbildung. Das Risiko ist erhöht bei häufigem Waschen, feuchter Umgebung und bei Menschen mit atopischer Veranlagung. Die Behandlung besteht darin, den Kontakt zu beenden, die Haut zu reinigen und mit rückfettenden Produkten zu pflegen.

Medikamentennebenwirkungen und Exantheme

Manche Medikamente können Hautreaktionen hervorrufen, die von leichten Rötungen bis zu schwerwiegenden Exanthemen reichen. Häufige Verursacher sind Antibiotika, besonders Penicilline und Sulfonamide, nichtsteroidale Antirheumatika und antikonvulsive Medikamente. Typische Erscheinungen sind masernähnliche Ausschläge, Urtikaria oder toxisch-epidermale Nekrolyse in schweren Fällen. Die Diagnose erfolgt durch Anamnese und manchmal Hautbiopsie. Die Behandlung besteht in Absetzen des verursachenden Medikaments und supportiver Pflege; bei schweren Reaktionen ist Hospitalisierung notwendig.

Prävention und Allergiediagnostik

Die beste Vorbeugung ist die Kenntnis persönlicher Allergien und konsequente Vermeidung der Auslöser. Prick-Tests, Patch-Tests und serologische Tests (IgE-Bestimmung) helfen, Allergene zu identifizieren. Der Schutz der Haut durch Handschuhe bei Arbeiten mit reizenden Stoffen, die Verwendung milder Reiniger und rückfettender Produkte reduziert das Risiko erheblich. Bei arbeitsbedingt häufigen Expositionen sind präventive Maßnahmen am Arbeitsplatz wichtig.

Bei verdächtigen allergischen oder toxischen Hautreaktionen sollten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen, um die Ursache zu identifizieren und angemessen zu behandeln. Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker berät Sie gerne bei Hautpflegeprodukten, die für allergische Haut geeignet sind.

Hinweis: Dieser Text dient nur der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung durch Ärztin oder Arzt oder Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.