Erkrankungen der Mundhöhle
Die Mundhöhle ist täglich verschiedenen Reizen ausgesetzt und kann von unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein. Diese reichen von Infektionen über Verletzungen bis hin zu chronischen Erkrankungen. Ein gutes Verständnis dieser Zustände hilft Ihnen, frühzeitig Symptome zu erkennen und eine angemessene Behandlung einzuleiten.
Häufige Infektionen der Mundhöhle
Pilzinfektionen, insbesondere durch Candida albicans, führen zu Mundsoor. Diese Infektion zeigt sich durch weiße Beläge auf Zunge, Wangen oder Gaumen und tritt häufig bei geschwächtem Immunsystem oder nach Antibiotika-Einnahme auf. Bakterielle Infektionen können zu Mundgeschwüren oder einer Stomatitis führen. Virusinfektionen wie Herpes simplex verursachen schmerzhaft brennende Bläschen, die aufplatzen und Ulzera hinterlassen.
Aphthöse Ulzerationen
Aphthen sind kleine, schmerzhafte Geschwüre mit gelblichem Belag und rotem Entzündungshof. Sie entstehen durch kleine Verletzungen, Stress, bestimmte Lebensmittel oder Mangelerscheinungen. Die meisten Aphthen heilen innerhalb von ein bis zwei Wochen spontan ab. Rezidivierende Aphthen können auf Vitaminmangel, Zöliakie oder andere Grunderkrankungen hinweisen.
Orale Lichen-Planus und andere Erkrankungen
Orale Lichen planus ist eine chronische Entzündungserkrankung, die weiße Muster, Rötungen oder Erosionen in der Mundhöhle verursacht. Sie tritt häufiger bei älteren Menschen auf und kann mit systemischen Erkrankungen oder Medikamentennebenwirkungen verbunden sein. Leukoplakie zeigt sich als weiße Flecken, die nicht abwischbar sind und ärztliche Abklärung erfordern.
Symptome und Diagnose
Typische Symptome von Munderkrankungen sind:
- Schmerzen oder Brennen in der Mundhöhle
- Sichtbare Verfärbungen, Beläge oder Schwellungen
- Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken
- Mundgeruch oder veränderter Geschmack
- Blutungen oder Sekretionen
Die Diagnose basiert auf klinischer Untersuchung und ggf. Abstrichen oder Biopsien. Ihr Zahnarzt oder Arzt wird die Ursache durch gezielte Fragen zu Symptombeginn, begleitenden Erkrankungen und Medikamenten ermitteln.
Behandlung und Prävention
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Pilzinfektionen erfordern Antimykotika, bakterielle Infektionen manchmal Antibiotika. Aphthen werden symptomatisch mit lokalen Mitteln behandelt. Chronische Erkrankungen benötigen spezialisierte Therapie und regelmäßige Kontrolle zur Überwachung.
Zur Vorbeugung gehört gründliche Mundhygiene, Schutz vor Verletzungen beim Kauen, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralien. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum erhöhen das Risiko für Munderkrankungen und sollten vermieden werden.
Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker kann Ihnen Mundspülungen, Lutschtabletten oder schmerzlindernde Gels empfehlen, die die Symptome lindern. Bei anhaltenden Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten, ist eine zahnärztliche Untersuchung erforderlich.
Hinweis: Dieser Text dient nur der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung durch Ärztin oder Arzt oder Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.