Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane


Die weiblichen Geschlechtsorgane bestehen aus inneren und äußeren Strukturen, die komplexe biologische Funktionen erfüllen. Erkrankungen dieser Organe sind weit verbreitet und können von leichteren Infektionen bis zu ernsthaften Erkrankungen reichen. Ein grundlegendes Verständnis dieser Erkrankungen hilft Frauen, ihre Gesundheit proaktiv zu schützen und angemessen auf Symptome zu reagieren.

Vaginale Infektionen und Entzündungen

Vaginale Infektionen gehören zu den häufigsten gynäkologischen Problemen. Eine vaginale Mykose ist eine Hefepilzinfektion, die zu Juckreiz, Brennen und Ausfluss führt. Diese Infektionen entstehen durch ein Ungleichgewicht der natürlichen Vaginalflora. Eine bakterielle Vaginose ist eine bakterielle Fehlbesiedlung, die mit grauweißlichem Ausfluss und Geruch einhergehen kann. Trichomonaden-Infektionen werden durch Parasiten verursacht und können mit antimikrobiellen Mitteln behandelt werden.

Entzündungen von Gebärmutter und Eileitern

Eine Endometritis ist eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, die nach einer Geburt, Fehlgeburt oder bei sexuell übertragenen Infektionen auftreten kann. Eine Salpingitis ist eine Eileiterntzündung, die oft mit einer Endometritis zusammen auftritt und starke Unterbauchschmerzen, Fieber und Ausfluss verursacht. Beckentzündungen oder pelvic inflammatory disease (PID) können zu Unfruchtbarkeit führen, wenn sie nicht behandelt werden.

Gebärmuttererkrankungen

Myome sind gutartige Muskelwucherungen in der Gebärmutter, die bei vielen Frauen auftreten. Sie können symptomlos sein oder zu verstärkten Blutungen und Schmerzen führen. Eine Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter wächst. Dies verursacht oft chronische Schmerzen und kann zu Unfruchtbarkeit führen. Polypen sind kleine Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, die Blutungen verursachen können.

Eierstockerkrankungen

  • Zysten: Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die meist harmlos sind und von selbst verschwinden
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Eine häufige hormonelle Störung, die Infertilität, Zyklusstörungen und metabolische Probleme verursachen kann
  • Eileiterschwangerschaft: Eine gefährliche Komplikation, bei der sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet

Gebärmutterhals- und Vulvaerkrankungen

Erkrankungen des Gebärmutterhalses können durch Virusinfektionen wie Humane Papillomaviren (HPV) entstehen. Eine Zervizitis ist eine Entzündung des Gebärmutterhalses. Vulvitis ist eine Entzündung der äußeren Geschlechtsteile, die durch verschiedene Ursachen wie Infektionen, Allergien oder Irritationen entstehen kann. Genitalherpes ist eine viral verursachte Infektion, die rezidivierend auftreten kann.

Wann zum Arzt oder zur Ärztin

Sie sollten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen bei ungewöhnlichem Ausfluss mit Geruch oder Farbe, chronischen Unterbauchschmerzen, starken oder anhaltenden Blutungen, Juckreiz oder Brennen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder nach sexuellem Kontakt ohne Schutz. Eine regelmäßige gynäkologische Kontrolle und Gebärmutterhalskrebsvorsorge sind wichtig. Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker kann Sie auch bei rezeptfreien Behandlungsoptionen für leichtere Infektionen beraten.

Hinweis: Dieser Text dient nur der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung durch Ärztin oder Arzt oder Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.