Psychosomatische und andere körperlich begründete psychische Erkrankungen


Psychosomatische Erkrankungen sind durch das enge Zusammenspiel zwischen psychischem Erleben und körperlichen Symptomen gekennzeichnet. Der Körper und die Psyche sind untrennbar verbunden. Diese Störungen entstehen nicht durch Simulation oder bewusste Vortäuschung, sondern sind echte medizinische Zustände mit physiologischen Grundlagen. Chronischer Stress und psychische Belastung können zu körperlichen Erkrankungen führen oder diese verschlimmern.

Somatische Symptomstörung

Diese Störung ist gekennzeichnet durch multiple körperliche Symptome wie Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Müdigkeit, die über längere Zeit bestehen und erhebliche Angst verursachen. Betroffene sind stark fokussiert auf ihre Symptome und verbringen viel Zeit und Ressourcen für medizinische Untersuchungen. Die Symptome sind real, können aber nicht vollständig durch körperliche Befunde erklärt werden.

Funktionelle Störungen

Funktionelle Körperstörungen sind gekennzeichnet durch körperliche Symptome ohne nachweisbare strukturelle oder biochemische Abweichungen, etwa Reizdarmsyndrom, funktionelle Dyspepsie oder funktionelle Kopfschmerzen. Diese sind häufig und ernst zu nehmen. Sie entstehen durch Veränderungen in der Funktionsweise des Nervensystems, Schmerzverarbeitung und psychischer Faktoren.

Konversionsstörung

Diese seltene Störung ist durch neurologische Symptome wie Lähmungen, Blindheit oder Anfallsanfälle gekennzeichnet, ohne dass eine neurologische Erkrankung nachweisbar ist. Die Symptome entstehen durch psychische Konflikte oder Traumata und sind nicht bewusst erzeugt. Sie erfordern spezialisierte Diagnose und Behandlung.

Chronische Schmerzen und psychische Faktoren

Chronische Schmerzen haben häufig psychische Komponenten. Depression, Angst und Stress können Schmerzwahrnehmung verstärken und das Leiden vergrößern. Umgekehrt führen chronische Schmerzen oft zu psychischen Erkrankungen. Ein ganzheitlicher Behandlungsansatz, der beide Aspekte berücksichtigt, ist wesentlich.

Behandlungsansätze

Die Behandlung psychosomatischer Erkrankungen ist multimodal:

  • Psychotherapie: Kognitive Verhaltenstherapie, Psychodynamische Therapie zur Bearbeitung psychischer Faktoren
  • Somatische Behandlung: Medikamente und Maßnahmen zur Symptombehandlung
  • Mind-Body-Interventionen: Achtsamkeit, Entspannungstechniken, Bewegung
  • Psychoedukation: Verständnis des Zusammenhangs zwischen Psyche und Körper
  • Lebensstiländerungen: Stressabbau, besserer Schlaf, gesunde Ernährung

Wenn Sie unter körperlichen Symptomen leiden, deren Ursache unklar ist, oder wenn psychische Belastungen körperliche Probleme verschärfen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Diese können helfen, die Zusammenhänge zu verstehen und einen angepassten Behandlungsplan zu erstellen. Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker kann zusätzliche Unterstützung und Beratung bieten.

Hinweis: Dieser Text dient nur der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung durch Ärztin oder Arzt oder Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.