Erkrankungen der Nieren und Harnleiter
Erkrankungen der Nieren und Harnleiter können von unterschiedlicher Schwere sein und sowohl akut als auch chronisch auftreten. Sie können die Fähigkeit der Nieren beeinträchtigen, Abfallstoffe aus dem Blut zu filtern und auszuscheiden. Wenn Sie mehr über die häufigsten Erkrankungen dieser Organe erfahren möchten, finden Sie hier Informationen über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.
Nierensteine und Harnleiterstein
Nierensteine entstehen, wenn sich in den Nieren Mineralien und Salze zu Kristallen zusammenlagern. Die häufigsten Steine bestehen aus Kalziumoxalat, Harnsäure oder Struvit. Sie können unterschiedlich groß sein und manchmal asymptomatisch bleiben, während kleine Steine mit dem Urin ausgeschieden werden. Wenn ein Stein in den Harnleiter gelangt, kann er starke, krampfartige Schmerzen in der Seite, im Unterbauch oder in der Leiste verursachen, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen.
Risikofaktoren für Nierensteine sind wiederholte Infektionen, Austrocknung, bestimmte Stoffwechselerkrankungen und familiäre Veranlagung. Die Behandlung reicht von ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Schmerzlinderung für kleine Steine bis hin zu medizinischen oder chirurgischen Eingriffen für größere oder verlegte Steine.
Chronische Nierenerkrankung
Die chronische Nierenerkrankung (CNE) ist ein langfristiger Rückgang der Nierenfunktion. Diabetes mellitus und Bluthochdruck sind die Hauptursachen, können aber auch Glomerulonephritis, Zystennieren, Niereninfektionen und Verschlüsse der Harnwege zu CNE führen. Die Erkrankung verläuft oft schmerzlos und wird häufig erst spät bemerkt.
Symptome können Müdigkeit, Schwellungen in Beinen und Füßen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Bluthochdruck sein. Eine frühzeitige Diagnose durch Blut- und Urintests ist wichtig, um das Fortschreiten zu verlangsamen. Die Behandlung konzentriert sich auf die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker, Ernährungsumstellung und gegebenenfalls Dialyse oder Nierentransplantation.
Pyelonephritis und Niereninfektionen
Eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) ist eine Infektion des Nierenbeckens und des Nierengewebes, meist verursacht durch Bakterien wie E. coli. Diese Infektion tritt oft auf, wenn eine Blasenentzündung unbehandelt bleibt und die Infektion in die Nieren aufsteigt. Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, starke Flankenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
Eine Pyelonephritis ist eine ernsthafte Erkrankung, die sofort ärztlich behandelt werden muss, oft mit Antibiotika. Unbehandelt kann sie zu einer Blutvergiftung führen. Vorbeugende Maßnahmen sind ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßiges Wasserlassen und hygienische Maßnahmen.
Glomerulonephritis
Die Glomerulonephritis ist eine Entzündung der Glomeruli (Kapillarknäuel in den Nierenbeutelchen), die die Filterfunktion beeinträchtigt. Sie kann akut auftreten, beispielsweise nach Streptokokkeninfektionen, oder chronisch verlaufen. Symptome können Blut im Urin, Eiweiß im Urin, Ödeme und Bluthochdruck sein.
Die Diagnose wird durch Urin- und Bluttests sowie möglicherweise eine Nierenbiopsie gestellt. Die Behandlung hängt von der Ursache ab und kann immunsuppressive Medikamente, Blutdrucksenker oder andere Therapien umfassen.
Polyzystische Nierenerkrankung
Die polyzystische Nierenerkrankung (PKE) ist eine genetische Störung, bei der sich zahlreiche flüssigkeitsgefüllte Zysten in den Nieren bilden. Mit der Zeit zerstören diese Zysten das normale Nierengewebe und führen zu Nierenfunktionsverlust. Symptome treten oft erst im mittleren Alter auf und umfassen Flankenschmerzen, Bluthochdruck und Blut im Urin.
Wenn Sie Symptome wie anhaltende Schmerzen in der Nierengegend, Blut im Urin, Schwellungen oder Fieber bemerken, sollten Sie sofort einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren. Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker kann Sie über Maßnahmen zur Unterstützung der Nierengesundheit und die Einnahme verordneter Arzneimittel beraten.
Hinweis: Dieser Text dient nur der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung durch Ärztin oder Arzt oder Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.